
Ein Abend, zwei Bücher. Ein Gespräch über Angst, Machtmissbrauch und die Frage, wie wir sichere und solidarische Räume schaffen können.
„Ich hasse Männer nicht. Ich habe Angst vor ihnen.“ Es hat Jahre gedauert,bis Nicole List sich erlaubt hat, diese Sätze zu denken – noch viel länger, sielaut auszusprechen. So hart das klingt, so sehr sind sie eine Befreiung: vondem nagenden Gefühl der Unsicherheit in Herz, Hirn und Magen, vonselbstauferlegtem Schweigen und nicht zuletzt davon, Männer aus ihrerVerantwortung zu entlassen.
Nicole List findet eine beeindruckende Sprache dafür, was es heißt, in einerWelt aufzuwachsen und zu leben, die von und für cis Männer gemacht ist. Siebenennt schmerzhafte Wahrheiten, teilt Erfahrungen und schont niemanden, am wenigsten sich selbst.
Der Kulturbetrieb ist nach wie vor ein Sehnsuchtsort. Doch hinter denKulissen lauern chronische Überarbeitung, schlechte Bezahlung, Sexismus,Rassismus, Klassismus, Übergriffe, Machtmissbrauch. Einen solchen sich selbstaushöhlenden Kulturbetrieb, der Menschen nicht schützt, können wir uns nichtleisten – finanziell und gesellschaftlich. Zwischen Wien und London findet Clar Gallistl Gleichgesinnte, die an die „Soft Power“ von Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft glauben und für eine wirklichdemokratische Kultur eintreten.